Dein Frenchie pupst ständig? Blähungen bei der Bulldogge
Wenn dein Hund ständig pupst und es dabei streng riecht, steckt in den allermeisten Fällen das Futter dahinter: schwer verdauliche Zutaten, eine Unverträglichkeit oder ein zu schneller Futterwechsel. Bei Französischen Bulldoggen kommt ein zweiter Grund dazu, den kein anderer Hund in dieser Form hat: Durch die kurze Schnauze schlucken sie beim Fressen und Atmen deutlich mehr Luft, und diese Luft muss wieder heraus.
Die gute Nachricht: Blähungen sind fast immer harmlos und lassen sich mit den richtigen Anpassungen deutlich reduzieren. In diesem Ratgeber erfährst du, was normal ist, woran es bei deinem Hund liegt und was wirklich hilft. Wenn du allgemeine Informationen zu Blähungen unabhängig von der Rasse suchst, findest du sie in unserem großen Ratgeber Blähungen beim Hund.
Das Wichtigste zusammengefasst:
- Pupsen ist normal: Jeder Hund lässt täglich Darmgase ab. Auffällig wird es erst, wenn es häufiger, lauter oder deutlich strenger wird als sonst.
- Der Geruch kommt vom Schwefel: Für den üblen Geruch ist vor allem Schwefelwasserstoff verantwortlich, nicht die Gasmenge an sich.
- Bulldoggen sind doppelt betroffen: kurze Schnauze und enge Nasenlöcher bedeuten mehr geschluckte Luft, dazu kommt eine genetisch sensible Verdauung.
- Die 5 Hauptursachen: Unverträglichkeiten, geringe Futterqualität, zu schneller Futterwechsel, Bewegungsmangel und in seltenen Fällen Erkrankungen.
- Futter ist der stärkste Hebel: eine Proteinquelle, keine typischen Reizstoffe, hochwertige Zutaten und mehrere kleine Portionen statt einer großen.
- Sofort helfen: Anti-Schling-Napf, mehr Bewegung nach dem Fressen, Wärme auf dem Bauch und eine sanfte Bauchmassage.
- Tierärztlich abklären lassen, wenn Blähungen mit Durchfall, Erbrechen, Gewichtsverlust, Fieber oder einem harten, aufgeblähten Bauch zusammenkommen.
Warum pupst mein Hund so viel?
Dein Hund pupst viel, weil in seinem Dickdarm mehr Gas entsteht, als sein Körper aufnehmen und abatmen kann. Dieses Gas hat zwei Quellen: geschluckte Luft und die bakterielle Vergärung von Nahrungsbestandteilen, die vorher nicht verdaut wurden. Beides lässt sich beeinflussen, und genau das macht Blähungen zu einem Thema, bei dem du selbst viel erreichen kannst.
Der Fachbegriff dafür ist Flatulenz. Landet unverdautes Eiweiß oder schwer verwertbare Kohlenhydrate im Enddarm, machen sich dort Bakterien darüber her. Bei diesem Prozess entstehen unter anderem schwefelhaltige Gase. Und genau die sind für das verantwortlich, was du riechst.
Woher kommt der strenge Geruch?
Für den üblen Geruch ist vor allem Schwefelwasserstoff verantwortlich. In einer Untersuchung von Giffard und Kolleginnen (2001) an acht erwachsenen Hunden war Schwefelwasserstoff der entscheidende Faktor für den Gestank. Interessant für die Praxis: Die Menge an Gas und die Geruchsintensität hängen nicht zwangsläufig zusammen. Ein lauter Pups kann geruchlos sein, ein leiser dagegen den Raum leeren. Es kommt darauf an, wie viel schwefelhaltiges Eiweiß unverdaut im Dickdarm ankommt.
Für dich heißt das: Wenn es plötzlich strenger riecht als sonst, ist das ein Hinweis auf die Verdaulichkeit des Futters, nicht auf die Futtermenge. Ein Wechsel zu einer besser verdaulichen Rezeptur wirkt hier oft schneller als jedes Hausmittel.
Wie oft pupst ein Hund normalerweise?
Es gibt keine offizielle Normzahl, und das ist auch gar nicht das entscheidende Kriterium. Gesunde Hunde lassen mehrmals täglich Darmgase ab, oft ohne dass du es überhaupt bemerkst. Auffällig wird es erst durch die Veränderung: Wenn dein Hund seit ein paar Tagen deutlich häufiger pupst als sonst, wenn es plötzlich stärker riecht oder wenn Darmgeräusche und ein aufgeblähter Bauch dazukommen.
Die beste Faustregel ist dein eigener Vergleich. Beobachte eine Woche lang und notiere grob, wie oft es auffällt und was dein Hund an dem Tag gefressen hat, inklusive Leckerlis, Kauartikeln und Tischresten. Muster zeigen sich meistens innerhalb weniger Tage. Das ist auch genau die Information, die deine Tierarztpraxis braucht, falls doch mehr dahintersteckt.
Ein zweites Signal ist der Kot. Bleibt er fest und geformt, ist die Verdauung grundsätzlich in Ordnung und die Blähungen sind vor allem lästig. Wird er weich, breiig oder wechselhaft, arbeitet der Darm nicht sauber, und dann lohnt sich ein genauerer Blick.
Warum pupsen Französische Bulldoggen so viel?
Französische Bulldoggen pupsen häufiger und strenger als die meisten anderen Rassen, weil bei ihnen zwei Faktoren zusammenkommen: Sie schlucken durch ihre kurze Schnauze deutlich mehr Luft, und sie haben eine genetisch empfindliche Verdauung. Das ist keine Erziehungsfrage und kein Zufall, sondern eine direkte Folge des Körperbaus.
Der Körperbau: kurze Schnauze, viel Luft
Französische Bulldoggen, Englische Bulldoggen, Möpse und andere brachyzephale Rassen haben verkürzte Gesichtsschädel und oft verengte Nasenlöcher. Um genug Luft zu bekommen, atmen sie mit deutlich mehr Kraftaufwand. Beim hastigen Fressen, beim Hecheln und bei Aufregung gelangt ein Teil dieser Luft nicht in die Lunge, sondern in die Speiseröhre und von dort in den Magen-Darm-Trakt. Was vorne hineingeht, muss hinten wieder heraus.
Wie stark die Rasse davon betroffen ist, zeigt eine Auswertung von 2.781 Französischen Bulldoggen im Vergleich zu 21.850 anderen Hunden (O'Neill und Kolleginnen, 2021): Verengte Nasenlöcher traten bei ihnen mit einer 42,14-fachen Chance auf, das brachyzephale Atemwegssyndrom BOAS mit einer 30,89-fachen Chance. Anders gesagt: Die erschwerte Atmung ist bei dieser Rasse die Regel, nicht die Ausnahme, und mit ihr das Luftschlucken.
Praktisch heißt das: Alles, was das Fresstempo drosselt, reduziert die Blähungen. Ein Anti-Schling-Napf, mehrere kleine Portionen statt einer großen und Ruhe beim Fressen wirken bei Bulldoggen oft stärker als jede Futterumstellung.
Der sensible Bulldoggen-Magen
Der zweite Bully-spezifische Auslöser ist die empfindliche Verdauung. Bulldoggen reagieren überdurchschnittlich häufig auf Futterbestandteile, die andere Rassen problemlos vertragen. Diese erhöhte Anfälligkeit für Unverträglichkeiten ist unter anderem genetisch bedingt. Deshalb gilt bei ihnen: je kürzer und klarer die Zutatenliste, desto ruhiger der Darm.
Wenn deine Französische Bulldogge zusätzlich zu den Blähungen stark riecht, lohnt ein Blick auf die Hautfalten. Auch Faltendermatitis gehört zu den Erkrankungen, die bei dieser Rasse deutlich häufiger vorkommen, und sie riecht ebenfalls unangenehm. Mehr zur Rasse findest du in unserem Portrait der Französischen Bulldogge.
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Welches Futter passt zu deinem Hund?
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Jetzt Quiz startenDie 5 häufigsten Ursachen für Blähungen beim Hund
Hinter Blähungen beim Hund stecken in der Praxis fünf Ursachen: Unverträglichkeiten, geringe Futterqualität, ein zu schneller Futterwechsel, Bewegungsmangel und, deutlich seltener, eine Erkrankung des Magen-Darm-Trakts. In der Reihenfolge lohnt sich auch die Suche, denn die ersten drei erklären die allermeisten Fälle.
1. Unverträglichkeiten
Futtermittelunverträglichkeiten äußern sich beim Hund häufig über Haut und Ohren, können aber genauso Magen-Darm-Symptome und damit Blähungen auslösen. Die Auslöser reichen von tierischen und pflanzlichen Proteinen über Kohlenhydrate bis zu Zusatzstoffen. Diese Komponenten fallen in der Praxis am häufigsten auf:
- Unter den Kohlenhydraten kommt es bei Weizen am häufigsten zu Unverträglichkeiten, insbesondere in hoher Dosierung
- Unter den pflanzlichen Proteinen finden sich Soja und Mais unter den häufigsten Auslösern
- Bei den tierischen Proteinen führen Rind und Huhn am ehesten zu Unverträglichkeiten
- Auch Milchprodukte mit hohem Milchzuckergehalt, zum Beispiel Käse, bergen ein Risiko
- Unter den Zusatzstoffen sind vor allem Stabilisatoren und Antioxidantien auffällig
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Unverträglichkeit und echter Allergie. Bei einer Futtermittelallergie reagiert das Immunsystem auf eigentlich harmlose Inhaltsstoffe mit einer Abwehrreaktion. Bei Blähungen handelt es sich dagegen meist um eine reine Unverträglichkeit, die im Verdauungssystem entsteht und mit dem Immunsystem nichts zu tun hat.
Reaktion des Verdauungstrakts ohne Beteiligung des Immunsystems. Typisch: Blähungen, weicher Stuhl, Darmgeräusche. Bessert sich meist schon Tage nach dem Futterwechsel.
Abwehrreaktion des Immunsystems auf harmlose Inhaltsstoffe. Typisch: Juckreiz, Ohrenentzündungen, Pfotenlecken. Nachweis nur über eine Ausschlussdiät über mehrere Wochen.
Für die Praxis ist die Unterscheidung weniger wichtig, als sie klingt: Der erste Schritt ist in beiden Fällen derselbe, nämlich ein gut verdauliches Futter mit einer klar deklarierten Proteinquelle. Tiefer steigst du in unserem Allergieguide ein.
2. Futterqualität
Neben der Zusammensetzung entscheidet die Qualität. Minderwertige Zutaten wie undeklarierte tierische Nebenerzeugnisse können vom Körper nicht vollständig verwertet werden. Die schlecht verdaute Nahrung gelangt in den Enddarm, wird dort von Bakterien zersetzt, und es entsteht so viel Gas, dass es nicht mehr über die Darmwand aufgenommen werden kann. Der Rest entweicht über den Darmausgang.
Ein praktischer Test ohne Laboranalyse: Steht auf der Verpackung „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" ohne Angabe der Tierart, weißt du nicht, was dein Hund frisst. Eine offene Volldeklaration mit Prozentangaben ist bei sensiblen Hunden kein Luxus, sondern die Voraussetzung dafür, überhaupt einen Auslöser finden zu können.
3. Futterwechsel
Blähungen entstehen auch durch einen zu plötzlichen Futterwechsel. Die Darmflora braucht Zeit, um sich an eine neue Zusammensetzung zu gewöhnen. Eine Futterumstellung sollte deshalb schrittweise über einen Zeitraum von ungefähr 10 Tagen erfolgen. So bekommt der Darm keine Überreizung, und du erkennst außerdem, ab welchem Anteil das neue Futter vertragen wird.
So gehst du dabei vor:
- Plane für die Umstellung einen Zeitraum von etwa 10 Tagen ein
- Erhöhe schrittweise den Anteil des neuen Futters und reduziere das alte im gleichen Maß
- Bleib in dieser Zeit bei den gewohnten Leckerlis, damit du weißt, woran es liegt, falls Beschwerden auftreten
- Kontaktiere deine Tierarztpraxis, wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben und die Blähungen nicht abnehmen
Weitere Infos findest du in unserem Artikel Futterumstellung beim Hund.
4. Bewegungsmangel
Die richtige Menge an Bewegung ist für die Verdauung wichtiger, als viele denken. Der Darm braucht die mechanische Stimulation, um seinen Inhalt weiterzutransportieren. Fehlt sie, bleibt der Nahrungsbrei länger liegen, die Gärung nimmt zu und Blähungen häufen sich. Besonders bei Hunden, die den Großteil des Tages liegen, ist das ein unterschätzter Faktor.
Bei brachyzephalen Rassen ist die Dosierung allerdings heikel: Zu viel Anstrengung bedeutet mehr Hecheln und damit mehr geschluckte Luft. Ideal sind ruhige, gleichmäßige Runden bei kühleren Temperaturen. Wie du das Pensum für deine Französische Bulldogge findest, erklären wir im ultimativen Gassi-Guide.
5. Krankheiten
Deutlich seltener, aber wichtig: Blähungen können auf eine Erkrankung des Magen-Darm-Trakts hinweisen. Halten sie trotz erfolgreicher Futterumstellung an, kommen Schmerzen, Durchfall, Erbrechen, Gewichtsverlust oder Fieber dazu, gehört dein Hund in die Tierarztpraxis. In Frage kommen unter anderem Parasitenbefall wie Giardien, eine chronische Darmerkrankung oder eine Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse.
Welches Futter hilft, wenn der Hund ständig pupst?
Am besten hilft ein Futter mit genau einer klar deklarierten tierischen Proteinquelle, ohne Weizen, Soja und Mais und mit einer kurzen, vollständig deklarierten Zutatenliste. Der Grund ist einfach: Je weniger Komponenten im Napf sind und je besser sie verdaulich sind, desto weniger unverdautes Material erreicht den Dickdarm und desto weniger Gas entsteht dort.
Darauf solltest du beim Futter achten, wenn dein Hund viel pupst:
- Monoprotein: eine einzige tierische Eiweißquelle, damit du im Zweifel weißt, worauf dein Hund reagiert
- Kein Weizen, kein Soja, kein Mais: die drei häufigsten pflanzlichen Auslöser
- Volldeklaration mit Prozentangaben statt „tierische Nebenerzeugnisse"
- Ballaststoffe in Maßen: Flohsamenschalen und Zichorie unterstützen die Darmflora, zu viel fermentierbare Faser erhöht die Gasbildung dagegen
- Keine Zuckerzusätze und keine künstlichen Aromen
Ob Trockenfutter oder Nassfutter besser vertragen wird, lässt sich nicht pauschal sagen. Entscheidend ist die Rezeptur, nicht die Futterart. Wenn dein Hund von einem bestimmten Trockenfutter Blähungen bekommt, liegt das an dessen Zusammensetzung, nicht daran, dass es trocken ist.
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- Monoprotein mit 40,0 % frischem Lachs, ohne Weizen, Soja und Mais
- Mit Flohsamenschalen und getrocknetem Apfeltrester für die Verdauung
- Speziell für Bulldoggen entwickelt, mit unserem Tierärztinnen-Team
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Aus unserer Bully-Community kam dazu eine Rückmeldung, die den typischen Weg gut beschreibt:
„Auch wir hatten leider schon mit Blähungen zu kämpfen. Wir konnten irgendwann feststellen, dass es meist nach einer gewissen Zeit nach der Fütterung auftrat. Ursache war ein Nassfutter bestehend aus Huhn. Als Tipp kann ich nur raten, im Rahmen eines Ausschlussverfahrens und durch Tests unterschiedlicher Futter die Ursache ausfindig zu machen. Laut unserer Tierärztin kann es oft an weniger hochwertigem Futter liegen, das aus weniger natürlichen Nährstoffen besteht und viele Zusatzstoffe enthält. Also Augen auf bei Zusatzstoffen!"
Leni mit Pablo, aus unserer Bully-Community
Wenn der alte Hund ständig pupst
Bei älteren Hunden nehmen Blähungen häufig zu, weil die Verdauungsleistung nachlässt: Die Bauchspeicheldrüse produziert weniger Enzyme, die Darmschleimhaut arbeitet langsamer und die Darmflora verändert sich. Dazu kommt meist weniger Bewegung. Das gleiche Futter, das jahrelang gut vertragen wurde, kann deshalb im Seniorenalter plötzlich Probleme machen.
Was bei alten Hunden hilft:
- Mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen, damit der Verdauungstrakt nicht auf einmal belastet wird
- Leichter verdauliche Rezeptur mit hochwertigem Protein, damit weniger unverdautes Eiweiß im Dickdarm ankommt
- Ruhige, regelmäßige Bewegung, lieber drei kurze Runden als eine lange
- Zähne kontrollieren lassen: Wer wegen Zahnschmerzen schlingt statt zu kauen, schluckt mehr Luft. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Zahnpflege beim Hund
Ein wichtiger Unterschied zum jungen Hund: Wenn Blähungen bei einem Senior neu auftreten und dazu Gewicht verloren geht, der Kot fettig glänzt oder das Fell stumpf wird, gehört das zeitnah abgeklärt. Im Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich eine Erkrankung dahintersteckt.
Welpe pupst viel: normal oder Grund zur Sorge?
Bei Welpen ist häufiges Pupsen zunächst normal. Die Darmflora baut sich in den ersten Lebensmonaten erst auf, das Verdauungssystem ist unreif, und Welpen fressen typischerweise hastig. Dazu kommt der Wechsel vom Futter des Züchters auf das neue Futter zu Hause, oft verbunden mit Umzugsstress. Alles zusammen ergibt eine unruhige Verdauung.
Aufmerksam wirst du, wenn zu den Blähungen anhaltender Durchfall, ein aufgeblähter, harter Bauch, Erbrechen oder mangelnde Gewichtszunahme kommen. Bei Welpen ist Wurmbefall eine der häufigsten Ursachen für Verdauungsprobleme, und Giardien sind in dieser Altersgruppe ebenfalls verbreitet. Beides gehört tierärztlich abgeklärt und nicht mit Hausmitteln behandelt. Mehr dazu findest du im 1x1 der Entwurmung.
Was tun gegen Blähungen? Helenas Sofort-Maßnahmen
Vier Maßnahmen wirken bei Blähungen am schnellsten, und du kannst alle vier heute noch umsetzen. Sie setzen an den beiden Gasquellen an: weniger geschluckte Luft und besser verdauliches Futter.
- Fütterung ändern: Futter in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilen und einen Anti-Schling-Napf verwenden, damit dein Hund langsamer frisst und weniger Luft schluckt. Bei Bulldoggen ist das die wirksamste Einzelmaßnahme.
- Bewegung erhöhen: regelmäßige, ruhige Runden regen den Magen-Darm-Trakt an. Nicht direkt nach dem Fressen toben lassen, sondern etwa eine Stunde warten.
- Futter umstellen: auf eine gut verdauliche Monoprotein-Rezeptur wechseln, gegebenenfalls mit Prä- und Probiotika begleitet. Immer schrittweise über etwa 10 Tage.
- Hausmittel gezielt einsetzen: etwas Fenchel untermischen, eine leichte Bauchmassage im Uhrzeigersinn, um die Gase zu lösen, oder Wärme auf dem Bauch, zum Beispiel ein handwarmes Kirschkernkissen.
Was du dagegen weglassen solltest: menschliche Mittel gegen Blähungen, Kohletabletten auf Verdacht und Milch. Kohle bindet nicht nur Gase, sondern auch Wirkstoffe und Nährstoffe, und Milchzucker verschlimmert Blähungen bei den meisten erwachsenen Hunden eher, als dass er hilft.
Wann du in die Tierarztpraxis musst
Blähungen allein sind kein Notfall. Zum Fall für die Tierarztpraxis werden sie, sobald weitere Symptome dazukommen oder sich das Allgemeinbefinden ändert. Diese Kombinationen gehören abgeklärt:
- Blähungen zusammen mit anhaltendem Durchfall oder Erbrechen
- Gewichtsverlust trotz normaler Futtermenge
- Fieber, Apathie oder ein schmerzhafter Bauch
- Blut oder Schleim im Kot
- Blähungen, die trotz konsequenter Futterumstellung über Wochen bestehen bleiben
FAQ
Warum pupst mein Hund so viel und es stinkt?
Der Geruch entsteht durch schwefelhaltige Gase, allen voran Schwefelwasserstoff. Sie bilden sich, wenn unverdautes Eiweiß im Dickdarm von Bakterien zersetzt wird. Riecht es plötzlich strenger als sonst, liegt das meist an der Verdaulichkeit des Futters, an einer Unverträglichkeit oder an einem zu schnellen Futterwechsel. Ein gut verdauliches Monoprotein-Futter ist hier der wirksamste Hebel.
Warum pupsen Französische Bulldoggen so viel?
Bei Französischen Bulldoggen kommen zwei Dinge zusammen. Erstens schlucken sie durch die kurze Schnauze und die oft verengten Nasenlöcher beim Fressen, Hecheln und Aufregen deutlich mehr Luft, die den Magen-Darm-Trakt passiert. Zweitens haben sie eine genetisch bedingt empfindliche Verdauung und reagieren häufiger auf Futterbestandteile. Ein Anti-Schling-Napf und ein gut verträgliches Futter wirken deshalb bei dieser Rasse besonders gut.
Wie oft pupst ein Hund am Tag?
Eine feste Normzahl gibt es nicht. Gesunde Hunde lassen mehrere Male täglich Darmgase ab, oft unbemerkt. Entscheidend ist die Veränderung: deutlich häufiger, deutlich lauter oder deutlich strenger als sonst ist ein Grund, das Futter und das Fresstempo zu überprüfen.
Welches Futter hilft bei Blähungen?
Ein Futter mit einer einzigen klar deklarierten tierischen Proteinquelle, ohne Weizen, Soja und Mais, ohne Zuckerzusatz und mit vollständiger Deklaration. Ballaststoffe wie Flohsamenschalen unterstützen die Darmflora, sollten aber nicht überdosiert sein. Ob Trocken- oder Nassfutter besser vertragen wird, hängt von der Rezeptur ab, nicht von der Futterart.
Mein alter Hund pupst ständig, was tun?
Im Alter lässt die Verdauungsleistung nach und die Darmflora verändert sich. Hilfreich sind mehrere kleine Mahlzeiten, eine leichter verdauliche Rezeptur, ruhige regelmäßige Bewegung und eine Zahnkontrolle, denn Schmerzen beim Kauen führen zu Schlingen und damit zu mehr Luft im Darm. Kommen Gewichtsverlust oder verändeter Kot dazu, gehört das tierärztlich abgeklärt.
Helfen Hausmittel gegen Blähungen beim Hund?
Bei leichten Fällen ja. Bewährt haben sich etwas Fenchel unter dem Futter, eine sanfte Bauchmassage im Uhrzeigersinn und Wärme auf dem Bauch. Sie lindern akute Beschwerden, beseitigen aber nicht die Ursache. Menschliche Mittel gegen Blähungen, Kohletabletten auf Verdacht und Milch gehören nicht dazu.
Können Blähungen beim Hund gefährlich sein?
In den allermeisten Fällen sind Blähungen harmlos. Gefährlich wird es, wenn ein prall aufgeblähter, harter Bauch mit Würgen ohne Erbrechen, Unruhe und Speicheln auftritt. Das ist der Verdacht auf eine Magendrehung und ein tierärztlicher Notfall. Auch anhaltende Blähungen mit Durchfall, Erbrechen, Fieber oder Gewichtsverlust gehören abgeklärt.
Futter, das zur sensiblen Bulldoggen-Verdauung passt. Schau dich um!
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Unser Fazit
- Pupsen gehört zu jedem Hund. Auffällig wird es erst durch die Veränderung: häufiger, lauter oder strenger als sonst.
- Für den Geruch ist vor allem Schwefelwasserstoff verantwortlich, und der entsteht aus unverdautem Eiweiß im Dickdarm.
- Französische Bulldoggen sind doppelt betroffen: mehr geschluckte Luft durch die kurze Schnauze und eine empfindliche Verdauung.
- Die fünf Hauptursachen sind Unverträglichkeiten, Futterqualität, zu schneller Futterwechsel, Bewegungsmangel und, selten, Erkrankungen.
- Der stärkste Hebel ist das Futter: eine Proteinquelle, kein Weizen, Soja oder Mais, offene Deklaration.
- Bei Bulldoggen wirkt der Anti-Schling-Napf oft schneller als jede Futterumstellung.
- Bei alten Hunden und Welpen haben Blähungen eigene Ursachen und brauchen einen eigenen Blick.
- Kommen Durchfall, Erbrechen, Fieber oder ein harter Bauch dazu, gehört dein Hund in die Tierarztpraxis. 🐾
Quellen
- C. J. Giffard, S. B. Collins, N. C. Stoodley, R. F. Butterwick, R. M. Batt: Administration of charcoal, Yucca schidigera, and zinc acetate to reduce malodorous flatulence in dogs. Journal of the American Veterinary Medical Association 218(6), 892–896 (2001). Belegt: Schwefelwasserstoff als entscheidender Faktor für den Geruch, Untersuchung an 8 erwachsenen Hunden.
- Dan G. O'Neill, Rowena M. A. Packer, Peter Francis, David B. Church, Dave C. Brodbelt, Camilla Pegram: French Bulldogs differ to other dogs in the UK in propensity for many common disorders: a VetCompass study. Canine Medicine and Genetics 8, 13 (2021). Belegt: 2.781 Französische Bulldoggen gegen 21.850 Vergleichshunde, verengte Nasenlöcher OR 42,14, BOAS OR 30,89, Faltendermatitis OR 11,18.
Über die Autorin
Helena Bröring-Veith - Med. Vet. ist Tierärztin im HEY HOLY Team. Sie hat an der Tierärztlichen Hochschule Hannover studiert und mehrere Jahre in einer Kleintierklinik praktiziert. Bei HEY HOLY verantwortet sie als fachliche Reviewerin die Inhalte rund um Tiergesundheit und Ernährung. Mehr über das Team und unsere wissenschaftliche Arbeit findest du auf der Seite Über uns.
