Medizinisch Pflege

Schuppen beim Hund

Autorin: Helena, Veterinärmedizinerin August 2026

Weiße oder gelbe Punkte im Fell sind fast immer Schuppen, und grundsätzlich hat jeder Hund welche. Entscheidend ist die Menge. Schuppen entstehen bei der ganz normalen Erneuerung der Haut und verschwinden meist von allein wieder. Nehmen sie zu, bleiben sie über Wochen oder kommen Juckreiz, kahle Stellen oder Geruch dazu, steckt eine Ursache dahinter, die du finden solltest. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie Schuppen beim Hund aussehen, welche vier Auslöser dahinterstecken, was du zu Hause tun kannst und wann der Gang in die Tierarztpraxis wirklich nötig ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Normal ist normal: Jeder Hund schuppt. Die Haut erneuert sich ständig, und abgestorbene Zellen fallen als feine weiße Flocken ins Fell.
  • Auffällig wird es, wenn Schuppen länger als drei bis vier Wochen anhalten, sichtbar zunehmen oder mit Juckreiz, Haarausfall, Krusten oder Geruch einhergehen.
  • Die 4 Auslöser: Parasiten und Infektionen, erbliche oder hormonelle Hauterkrankungen, Stress und Unterforderung sowie eine unpassende Ernährung.
  • Weiß und trocken oder gelblich und fettig: Die Art der Schuppen ist ein wichtiger Hinweis auf die Ursache.
  • Schuppen, die sich bewegen, sind keine Schuppen, sondern Cheyletiellen-Milben. Dieser Befall ist auch auf Menschen übertragbar.
  • Nicht zu oft baden: Häufiges Waschen zerstört den Fettfilm der Haut und macht die Schuppenbildung schlimmer, nicht besser.
  • Nährstoffe zählen: Zink und essenzielle Fettsäuren sind für die Hautbarriere zentral. Bei nachgewiesenem Zinkmangel heilten in einer Fallserie 15 von 17 Hunden unter Zinkergänzung vollständig ab.

Warum hat mein Hund Schuppen?

Schuppen beim Hund entstehen, weil sich die Haut permanent erneuert. Unter der obersten Hautschicht wachsen laufend neue Zellen nach und lösen die alten ab. Diese abgestorbenen Zellen fallen als feine Flocken ins Fell. Das ist ein völlig normaler Vorgang, der bei jedem Hund abläuft, genau wie bei uns Menschen. Auffällig wird es erst, wenn die Menge deutlich zunimmt oder die Schuppen nicht mehr verschwinden.

Die drei häufigsten harmlosen Gründe für vermehrte Schuppen sind:

  • Fellwechsel: Im Frühjahr und Herbst arbeitet die Haut auf Hochtouren. Mehr Schuppen für einige Wochen sind hier normal.
  • Trockene Luft: Heizungsluft im Winter entzieht der Haut Feuchtigkeit, ähnlich wie bei uns.
  • Gestörter Hautschutz durch zu häufiges Baden: Jedes Waschen greift den natürlichen Fettfilm an, der die Haut schützt.

Regelmäßiges Bürsten, mehrmals pro Woche, ist der einfachste und wirksamste Gegenschritt. Es entfernt abgestorbene Hautzellen und Schmutz, regt die Durchblutung an und verteilt das körpereigene Hautfett im Fell. Duschen dagegen so selten wie möglich: Wird der Hund zu oft gebadet, wird die Haut trocken und rissig und damit anfälliger für Keime und Bakterien.

Bleiben die Schuppen trotz Bürsten über mehrere Wochen bestehen oder werden sie mehr, liegt eine tiefer gehende Ursache vor. Dann führt der Weg in die Tierarztpraxis, und dieser Artikel hilft dir dabei, die richtigen Fragen mitzunehmen.

Wie sehen Schuppen beim Hund aus? Weiße, gelbe und fettige Schuppen

Schuppen beim Hund sehen aus wie kleine weiße oder gelbliche Punkte im Fell, besonders gut sichtbar auf dunklem Fell, auf der Decke oder im Hundebett. Wichtig für die Ursachensuche ist, ob sie trocken oder fettig sind, denn das unterscheidet zwei ganz verschiedene Bilder.

Hund liegt auf einem Teppich, weiße Schuppen im Fell sind sichtbar

Trockene ↔ fettige Schuppen

Trockene Schuppen (Seborrhoea sicca)

  • ❌ feine, weiße, rieselnde Flocken
  • ❌ Fell wirkt stumpf und staubig
  • ❌ Haut fühlt sich trocken an
  • ❌ typisch bei Heizungsluft, Fellwechsel, zu häufigem Baden
  • ❌ oft ohne Geruch

Fettige Schuppen (Seborrhoea oleosa)

  • ✅ gelbliche, klebrige Schuppen und Krusten
  • ✅ Fell fühlt sich schmierig an
  • ✅ Haut oft gerötet
  • ✅ typisch bei Seborrhoe, Hefepilzen, Hormonstörungen
  • ✅ deutlicher, strenger Körpergeruch

Ein dritter Fall gehört unbedingt dazu, weil er oft übersehen wird: Schuppen, die sich bewegen. Wenn du genau hinsiehst und die vermeintlichen Flocken über den Rücken wandern, handelt es sich um Cheyletiellen-Milben. Sie tragen im Englischen den Namen „walking dandruff", also wandernde Schuppen. Der Befall juckt meist mäßig, ist gut behandelbar und wichtig zu erkennen, weil er auch auf Menschen übergehen kann. Bei plötzlich sehr starker Schuppenbildung, gerade beim Junghund, ist das eine der ersten Verdachtsdiagnosen.

Schuppen mit oder ohne Juckreiz: was der Unterschied verrät

Ob dein Hund zusätzlich juckt, ist der wichtigste Hinweis auf die Ursache. Schuppen ohne Juckreiz sprechen eher für trockene Haut, Fellwechsel oder eine Stoffwechselursache. Schuppen mit Juckreiz deuten dagegen fast immer auf Parasiten, eine Infektion oder eine Allergie hin.

  • Schuppen ohne Juckreiz: trockene Heizungsluft, Fellwechsel, Nährstoffmangel, Schilddrüsenunterfunktion, beginnende Seborrhoe
  • Schuppen mit Juckreiz: Flöhe, Milben, Hefepilze, bakterielle Hautentzündungen, Futtermittelunverträglichkeit, Umweltallergien
  • Schuppen mit Krusten und Geruch: Verdacht auf eine bakterielle oder Hefepilz-Infektion, gehört immer untersucht
  • Schuppen mit Haarausfall: Verdacht auf Hormonstörung, Demodex-Milben oder eine Pilzinfektion

Mehr zum Thema Juckreiz und wie du seine Ursache systematisch eingrenzt, findest du in unserem Ratgeber Juckreiz bei Hunden. Wenn dein Hund zusätzlich an den Pfoten leckt, lohnt außerdem ein Blick auf Hund leckt Pfoten.

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Die 4 Auslöser von Schuppen beim Hund

Wenn Schuppen trotz guter Fellpflege bleiben oder zunehmen, gehen sie in aller Regel auf einen von vier Auslösern zurück: Parasiten und Infektionen, erbliche oder hormonelle Hauterkrankungen, Stress und Unterforderung oder eine unpassende Ernährung. Diese vier decken den weitaus größten Teil der Fälle ab, die uns in der Praxis begegnen.

1. Parasiten und Infektionen

Der häufigste Auslöser für plötzlich auftretende, starke Schuppen sind äußere Parasiten. Nimmt die Schuppenbildung deutlich zu, gehört die Ursachensuche in die Tierarztpraxis, denn hinter schuppiger Haut können auch ernstzunehmende Erkrankungen stecken:

  • Parasitenbefall durch Flöhe und Zecken, Grasmilben, Cheyletiellen oder Demodex-Milben
  • Pilzinfektionen wie Malassezien (Hefepilze) oder Dermatophyten (Hautpilz)
  • Bakterielle Hautentzündungen (Pyodermie), meist als Folge einer gestörten Hautbarriere
  • Autoimmunerkrankungen der Haut, selten, aber bei therapieresistenten Fällen relevant
Zecke im Fell eines Hundes als möglicher Auslöser von Hautproblemen und Schuppen

Der Nachweis ist meist unkompliziert: Klebestreifenprobe, Hautgeschabsel oder Auskämmen auf ein weißes Blatt Papier reichen oft schon aus. Gerade Cheyletiellen und Flöhe werden zu Hause leicht übersehen, weil die Tiere klein sind und sich schnell bewegen.

2. Erbliche und hormonelle Hauterkrankungen

Die seborrhoische Dermatitis ist eine vererbliche Störung der Hautbildung. Sie zeigt sich durch trockene oder fettige Schuppenbildung und bräunliche bis gelbe Krusten auf der Hautoberfläche. Die Talgdrüsen produzieren dabei vermehrt Hautfett. Betroffene Hunde riechen oft streng und leiden unter starkem Juckreiz. Vermehrt tritt sie bei Französischen Bulldoggen, Boxern und Golden Retrievern auf.

Typische Begleitsymptome einer Dermatitis sind:

  • Lecken oder Beißen der Haut
  • Schwellungen oder Rötungen
  • Hautausschlag
  • Geschwüre und Ekzeme
  • Ohrenentzündungen
  • Haarverlust

Auch Hormone spielen eine große Rolle. Eine Schilddrüsenunterfunktion und das Cushing-Syndrom führen beide zu stumpfem Fell, Schuppen und dünner werdender Haut, meist ohne starken Juckreiz. Wenn ein mittelalter oder älterer Hund plötzlich schuppt, an Fell verliert und dazu träger wird oder mehr trinkt, gehört ein Blutbild dazu.

3. Stress und Unterforderung

Schuppen durch psychische Belastung entstehen vor allem durch geistige und körperliche Unterforderung. Bekommt ein Hund zu wenig Bewegung oder Abwechslung, entwickelt er Verhaltensauffälligkeiten wie das Knabbern und Lecken bestimmter Körperstellen. Er versucht damit, Stress abzubauen, und schädigt dabei die Haut.

Dazu kommt ein Effekt, den viele Hundeeltern aus der Tierarztpraxis kennen: Akuter Stress lässt Hunde binnen Minuten sichtbar schuppen. Wer seinen Hund auf dem Behandlungstisch schon einmal weiße Flocken verlieren sah, hat genau das beobachtet. Das ist harmlos und verschwindet, sobald der Hund sich entspannt. Anders sieht es bei Dauerstress aus: Umzug, neues Familienmitglied, längeres Alleinsein oder chronische Unterforderung können sich in dauerhaft schlechterem Hautbild zeigen. Ein Besuch in der Tierarztpraxis hilft, dem auf den Grund zu gehen, mit Verhaltensanalyse, gründlicher Hautuntersuchung und Bluttest.

4. Ernährung und Nährstoffmangel

Eine unpassende Ernährung äußert sich häufig zuerst über die Haut, weil Haut und Fell ständig neu gebildet werden und dafür viel Nährstoff-Nachschub brauchen. Fehlen Zink, Mineralstoffe, Vitamine oder essenzielle Fettsäuren, zeigt sich das als Schuppenbildung, Juckreiz oder trockene Haut.

Zwei Hunde fressen aus ihren Näpfen, passende Ernährung als Basis für gesunde Haut

Wie wichtig Zink für die Haut ist, zeigt eine tiermedizinische Fallserie zur zinkabhängigen Hauterkrankung: Von 17 Hunden nordischer Rassen heilten 15 unter einer Zinkergänzung vollständig ab, bei 9 von 16 traten die Hautveränderungen im weiteren Verlauf erneut auf (Journal of the American Veterinary Medical Association, 1997). Betroffen sind besonders Huskys, Malamutes und verwandte Rassen, deren Zinkaufnahme genetisch eingeschränkt ist.

15 von 17
Hunden mit zinkabhängiger Hauterkrankung heilten unter Zinkergänzung vollständig ab

Auch die Fettsäuren sind messbar wirksam. In einer Pilotstudie an atopischen Hunden nahm nach zwei Monaten Fütterung mit einem Omega-6- und Omega-3-Zusatz der Lipidgehalt der Hornschicht deutlich zu, und die Anordnung der Hautfette näherte sich der gesunder Hunde an (Popa et al., Veterinary Research Communications, 2011). Übersetzt heißt das: Die Barriere wird dichter, die Haut trocknet weniger aus.

Der zweite Ernährungsfaktor sind Unverträglichkeiten. Manche Hunde reagieren auf bestimmte Proteinquellen, Getreide, Pollen oder Hausstaubmilben mit Juckreiz, trockener Haut und allergiebedingten Ohrenentzündungen. Wie du das systematisch eingrenzt, steht in unserem Allergieguide.

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Rücken, Schwanzansatz, Ohren: wo die Schuppen sitzen

Die Stelle, an der die Schuppen sitzen, ist ein echter diagnostischer Hinweis. Schuppen auf dem Rücken und am Schwanzansatz haben andere typische Ursachen als Schuppen an den Ohren oder am Bauch.

Stelle Häufige Ursachen Worauf du achten solltest
Rücken, besonders die Rückenlinie Cheyletiellen, trockene Haut, Fellwechsel, beginnende Seborrhoe Kämme über weißem Papier aus und schau, ob sich etwas bewegt
Schwanzansatz und hintere Rückenpartie Flohbefall (klassische Prädilektionsstelle), Analdrüsenprobleme Flohkot erkennst du am Wassertest: schwarze Krümel färben sich rötlich
Ohren und Ohrränder Ohrmilben, Hefepilze, Seborrhoe, Allergie Riecht das Ohr streng oder ist es gerötet, gehört es untersucht
Bauch, Achseln, Pfoten Allergie, Hefepilze, Kontaktreizungen Meist mit deutlichem Juckreiz und Lecken verbunden
Gesamter Körper gleichmäßig Ernährung, Hormonstörung, Stress, Umgebungsluft Blutbild und Futterprüfung sind hier die sinnvollen ersten Schritte

Sitzen die Schuppen ausschließlich am Schwanzansatz, ist die Wahrscheinlichkeit für Flöhe hoch, auch wenn du keine siehst. Sind sie am Ohr, lohnt zusätzlich ein Blick in den Gehörgang, denn Ohrmilben lösen genau dieses Bild aus.

Schuppen beim Welpen: normal oder Grund zur Sorge?

Bei Welpen sind leichte Schuppen häufig und meist harmlos. Das Fell wechselt in den ersten Monaten vom weichen Welpenflaum zum erwachsenen Haarkleid, und die Haut arbeitet dabei auf Hochtouren. Dazu kommen Stress durch den Umzug ins neue Zuhause und die Futterumstellung, beides sichtbare Belastungen für die Haut.

Hellhörig werden solltest du beim Welpen trotzdem in drei Fällen:

  • Sehr starke, plötzliche Schuppenbildung mit Juckreiz: klassischer Verdacht auf Cheyletiellen, die in Würfen und bei Junghunden besonders häufig sind
  • Kahle, runde Stellen: Verdacht auf Hautpilz, der auch auf Menschen übertragbar ist und behandelt werden muss
  • Schuppen zusammen mit Durchfall oder schlechtem Gedeihen: Hier gehören Parasiten und die Nährstoffversorgung geprüft

Bei der Futterumstellung gilt in dieser Phase besondere Ruhe: langsam über sieben bis vierzehn Tage mischen, damit Verdauung und Haut nicht zusätzlich unter Druck geraten. Wie das genau abläuft, steht im Ratgeber Futterumstellung beim Hund.

Was tun bei Schuppen? Die richtige Reihenfolge

Bei Schuppen gilt eine klare Reihenfolge: erst Pflege und Umgebung optimieren, dann Parasiten ausschließen, dann Futter prüfen und erst zuletzt an Spezialprodukte denken. Wer mit dem teuersten Shampoo anfängt, obwohl Flöhe die Ursache sind, verliert Wochen.

Schritt 1: Fellpflege und Umgebung

  • Mehrmals pro Woche bürsten, mit einer Bürste, die zum Felltyp passt
  • Baden reduzieren: nur wenn wirklich nötig, dann mit einem milden Hundeshampoo
  • Luftfeuchtigkeit erhöhen in der Heizperiode, etwa mit Wasserschalen an den Heizkörpern
  • Liegeplatz waschen, vor allem bei Verdacht auf Parasiten

Schritt 2: Hausmittel und Öle, was hilft und was schadet

Bei trockener Haut können Öle die Haut geschmeidiger machen. Bewährt haben sich Kokos-, Lachs- und Leinöl. Du gibst ein wenig davon in die Hände und massierst es ins Fell ein. Deutlich sinnvoller als die äußerliche Anwendung ist allerdings die Zugabe hochwertiger Öle über das Futter, weil die Fettsäuren dann tatsächlich in die Hautbarriere eingebaut werden.

Öl für Hunde als Hausmittel bei trockener Haut und Schuppen

Bei den Hausmitteln lohnt allerdings ein genauer Blick, denn einige der beliebtesten Empfehlungen aus dem Netz richten mehr Schaden als Nutzen an.

Schritt 3: Parasiten ausschließen

Vor allem, wenn Juckreiz dabei ist, gehört ein Parasitencheck an den Anfang. Kämme deinen Hund über einem weißen Blatt Papier aus und schau dir das Ergebnis in Ruhe an. Bewegen sich Punkte, ist der Fall klar. Findest du schwarze Krümel, die sich auf einem feuchten Tuch rötlich verfärben, ist das Flohkot. In der Praxis ergänzen ein Hautgeschabsel und eine Klebestreifenprobe das Bild.

Schritt 4: Shampoo, wenn es nötig ist

Ein medizinisches Shampoo ist sinnvoll, wenn eine bestimmte Ursache feststeht. Bei fettiger Seborrhoe kommen entfettende Wirkstoffe zum Einsatz, bei Hefepilzen antimykotische, bei trockener Haut rückfettende und feuchtigkeitsbindende. Welches davon passt, entscheidet sich nach der Diagnose, nicht davor. Wichtig ist außerdem die Einwirkzeit: Medizinische Shampoos brauchen in der Regel fünf bis zehn Minuten auf der Haut, sonst wirken sie kaum. Kurz aufschäumen und sofort abspülen bringt nichts.

Schritt 5: Das Futter auf den Prüfstand

Wenn Pflege stimmt und Parasiten ausgeschlossen sind, ist der Napf der nächste logische Schritt. Entscheidend sind eine ausreichende Zinkversorgung, ein sinnvolles Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren und eine Rezeptur, die zu deinem Hund passt. Bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit ist der Wechsel auf eine einzelne, neue Proteinquelle der Standardweg. Was Haut und Fell tatsächlich brauchen und wie wir das in unseren Rezepturen umsetzen, kannst du auf unserer Wissenschafts-Seite nachlesen.

Ehrlich bleiben gehört dazu: Futter allein löst keine Milbeninfektion und keine Schilddrüsenunterfunktion. Was es kann, ist die Hautbarriere von innen mit dem versorgen, was sie zum Aufbau braucht. Und das ist bei chronisch schuppender Haut oft genau der fehlende Baustein.

Wann musst du mit deinem Hund zur Tierarztpraxis?

Schuppen allein sind kein Notfall. Untersuchen lassen solltest du deinen Hund aber, wenn eines dieser Zeichen dazukommt:

  • Die Schuppen bestehen länger als drei bis vier Wochen oder nehmen deutlich zu
  • Dein Hund juckt, leckt oder knabbert sich auffällig
  • Es gibt kahle Stellen, Krusten, Rötungen oder offene Hautstellen
  • Die Haut oder das Fell riechen streng
  • Dein Hund trinkt mehr, ist träger oder nimmt zu (Verdacht auf Hormonstörung)
  • Auch du oder Familienmitglieder haben juckende Stellen (Verdacht auf Cheyletiellen oder Hautpilz)

Nimm zum Termin am besten ein Foto der betroffenen Stellen mit, eine Notiz seit wann es besteht und die Verpackung des aktuellen Futters. Damit sparst du dir oft einen zweiten Besuch.

Schuppen beim Hund vorbeugen

Um einer Schuppenbildung vorzubeugen, ist die Ernährung der wichtigste Hebel. Ein Futter, das auf die individuellen Bedürfnisse deines Hundes abgestimmt ist, kann Problematiken wie allergische Reaktionen, Unverträglichkeiten, Juckreiz und Schuppenbildung von vornherein reduzieren. Wichtig sind vor allem essenzielle Fettsäuren, Zink und ein vollständiges Vitaminprofil, damit Haut und Fell überhaupt aufgebaut werden können.

  • Regelmäßig bürsten
    Mehrmals pro Woche, das entfernt lose Zellen und verteilt das körpereigene Hautfett
  • Selten baden
    Nur wenn wirklich nötig und immer mit mildem Hundeshampoo, nie mit Menschenprodukten
  • Fettsäuren sichern
    Omega-3 und Omega-6 im richtigen Verhältnis stabilisieren die Hautbarriere von innen
  • Zink im Blick
    Besonders wichtig bei nordischen Rassen, deren Zinkaufnahme genetisch eingeschränkt sein kann
  • Parasitenschutz
    Konsequente Floh- und Zeckenprophylaxe verhindert den häufigsten Auslöser von Schuppen mit Juckreiz
  • Auslastung
    Genug Bewegung und Kopfarbeit senken Dauerstress, der sich sonst über die Haut zeigt

Für Hunde mit bekannten Empfindlichkeiten lohnt der Blick auf eine allergenreduzierte Rezeptur. Was hinter dem Begriff steckt und wann er tatsächlich hilft, erklären wir auf der Seite zu hypoallergenem Hundefutter.

FAQ zu Schuppen beim Hund

Warum hat mein Hund plötzlich viele Schuppen?

Plötzlich auftretende, starke Schuppen sprechen für Parasiten, allen voran Cheyletiellen-Milben, oder für akuten Stress. Stressschuppen treten binnen Minuten auf, etwa beim Tierarztbesuch, und verschwinden von allein. Bleiben die Schuppen über Tage bestehen oder juckt dein Hund dazu, kämme ihn über weißem Papier aus und lass ihn untersuchen.

Was hilft gegen Schuppen beim Hund? Welche Hausmittel sind sinnvoll?

Sinnvoll sind regelmäßiges Bürsten, seltener baden, höhere Luftfeuchtigkeit im Winter und hochwertige Öle wie Lachs-, Lein- oder Kokosöl über das Futter. Nicht geeignet sind Babyöl, Mineralöle und Anti-Schuppen-Shampoos für Menschen. Teebaumöl ist für Hunde giftig und darf nicht angewendet werden. Bleiben die Schuppen länger als drei bis vier Wochen, gehört die Ursache abgeklärt.

Warum hat mein Hund Schuppen am Rücken?

Die Rückenlinie ist die klassische Stelle für Cheyletiellen-Milben, für trockene Haut in der Heizperiode und für den Fellwechsel. Sitzen die Schuppen eher am Schwanzansatz, ist ein Flohbefall wahrscheinlich, auch ohne dass du Flöhe siehst. Kämm deinen Hund über einem weißen Blatt Papier aus: Bewegen sich die Flocken, sind es Milben.

Mein Hund hat Schuppen, aber keinen Juckreiz. Ist das schlimm?

Schuppen ohne Juckreiz sind meist harmloser und deuten eher auf trockene Haut, den Fellwechsel oder einen Nährstoffmangel hin. Bleiben sie über Wochen bestehen oder kommen Haarausfall, vermehrtes Trinken oder Trägheit dazu, sollte eine Schilddrüsenunterfunktion oder das Cushing-Syndrom ausgeschlossen werden. Ein Blutbild schafft schnell Klarheit.

Wie unterscheide ich Schuppen von Milben?

Echte Schuppen bleiben liegen, Cheyletiellen-Milben bewegen sich. Kämme deinen Hund über einem weißen Blatt Papier aus und beobachte das Ergebnis eine Minute lang, am besten mit einer Lupe. Wandernde Punkte bedeuten Milbenbefall, und der ist auch auf Menschen übertragbar. Die sichere Unterscheidung liefert eine Klebestreifenprobe in der Tierarztpraxis.

Welches Shampoo hilft bei Schuppen beim Hund?

Das hängt von der Ursache ab: bei fettiger Seborrhoe entfettende, bei Hefepilzen antimykotische und bei trockener Haut rückfettende Shampoos. Alle brauchen fünf bis zehn Minuten Einwirkzeit, sonst wirken sie kaum. Menschenshampoos sind ungeeignet, weil der Haut-pH beim Hund anders liegt. Lass die Ursache klären, bevor du ein medizinisches Shampoo einsetzt.

Kann falsches Futter Schuppen verursachen?

Ja. Fehlen Zink, essenzielle Fettsäuren oder Vitamine, zeigt sich das häufig zuerst über Haut und Fell. Auch Unverträglichkeiten gegen bestimmte Proteinquellen führen zu trockener, schuppiger Haut mit Juckreiz. Eine Umstellung auf eine passende Rezeptur wirkt allerdings nicht über Nacht: Haut und Fell brauchen sechs bis zwölf Wochen, bis sich eine Veränderung wirklich zeigt.

Sind Schuppen beim Welpen normal?

Leichte Schuppen sind beim Welpen häufig und meist harmlos, weil das Fell vom Welpenflaum zum erwachsenen Haarkleid wechselt und Umzug plus Futterumstellung die Haut belasten. Bei sehr starker Schuppenbildung mit Juckreiz, bei kahlen runden Stellen oder bei gleichzeitigem Durchfall gehört der Welpe zeitnah untersucht.

Wie viel Futter braucht dein Hund wirklich?

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Unser Fazit

  1. Schuppen sind völlig natürlich und gehören zur Zellerneuerung. Jeder Hund hat sie, entscheidend ist die Menge.
  2. Auffällig wird es ab drei bis vier Wochen Dauer, bei Zunahme oder wenn Juckreiz, Krusten, Haarausfall oder Geruch dazukommen.
  3. Trocken und weiß oder gelblich und fettig: Die Art der Schuppen grenzt die Ursache deutlich ein.
  4. Schuppen, die sich bewegen, sind Cheyletiellen-Milben und auch für Menschen ansteckend.
  5. Die vier Auslöser sind Parasiten und Infektionen, erbliche und hormonelle Erkrankungen, Stress und die Ernährung.
  6. Bürsten hilft, häufiges Baden schadet. Babyöl, Teebaumöl und Menschenshampoo haben auf der Hundehaut nichts verloren.
  7. Zink und essenzielle Fettsäuren sind die zwei Nährstoffe, an denen die Hautbarriere am sichtbarsten hängt.
  8. Gib der Umstellung Zeit: Haut und Fell brauchen sechs bis zwölf Wochen, bis sich echte Veränderung zeigt. 🐾

Über die Autorin

Helena Bröring-Veith - Med. Vet. ist Tierärztin im HEY HOLY Team. Sie hat an der Tierärztlichen Hochschule Hannover studiert und mehrere Jahre in einer Klinik praktiziert. Bei HEY HOLY verantwortet sie als fachliche Reviewerin die Inhalte rund um Tiergesundheit und Ernährung. Mehr über das Team findest du auf unserer Über-uns-Seite.

Quellen

  • Zinc-responsive dermatosis in northern-breed dogs: 17 cases (1990–1996). Journal of the American Veterinary Medical Association, 1997, 211(4), 451–453. avmajournals.avma.org
  • Popa I, Pin D, Remoué N, Osta B, Callejon S, Videmont E, Gatto H, Portoukalian J, Haftek M: Analysis of epidermal lipids in normal and atopic dogs, before and after administration of an oral omega-6/omega-3 fatty acid feed supplement. A pilot study. Veterinary Research Communications, 2011. doi.org/10.1007/s11259-011-9493-7